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CTH 395.3.1

Citatio: (ed.), hethiter.net/: CTH 395.3.1 (INTR 2015-11-04)

Fragment des Rituals der Ḫantitaššu

(CTH 395.3.1)

Textüberlieferung

A

A1

KBo 17.104

2068/g

A2

(+) KBo 55.36

2029/g

EXEMPLAR A1

Vs. II rechte Ecke oben: 9 Zeilen mit maximal neun Zeichen pro Zeile.

Rs. III rechte untere Ecke der Kolumne: sieben Zeilen mit maximal sechs Zeichen pro Zeile.

Das Fragment stammt aus Tempel I, Südmagazine, Raum 76, 77 oder 78.

EXEMPLAR A2

Fragment aus der Mitte der Vs. II, das sich indirekt an A1 anschließt; von ihm sind 18 Zeilen mit maximal elf Zeichen pro Zeile erhalten.

Das Fragment stammt aus dem Schutt der Straße vor der Südost-Ecke des Tempels I.

Die Niederschrift wurde als junghethitisch bezeichnet.

Bemerkungen zu CTH 395.3

In CTH 395.3.1 KBo 17.104+ tritt eine Frau, Manduta, auf, die ansonsten als Maddu[ta] (falls sie identisch sind) noch in CTH 395.1 KBo 11.14 Vs. II 2. belegt ist. Der Herr des Rituals ist Attā (sonst nie in anderen Versionen namentlich genannt) ist ein gewisser Attā (siehe dazu Houwink ten Cate 1998, 46; Ünal 1996, 58-60; Hutter 1991, 35; Ünal 1988, 66), der möglicherweise mit der gleichnamigen Person aus KBo 20.34 (irrtümlich der Gruppe CTH 395 zugeschrieben) identisch ist.

Darüber hinaus wird im Ritual rotes Fell verwendet.

In CTH 395.3.2 KBo 13.145 erscheint sowohl rotes als auch weißes Fell.

In beiden Versionen von CTH 395.3 Vs. II ähnelt dieser dem Vs. II von CTH 395.1.1;

Rs. III ähnelt dagegen der Rs. IV von CTH 395.2.1.

Benutzung farbiges Felles rückt CTH 395.3.1 und CTH 395.3.2 näher an CTH 395.2.1.

Es bleibt unsicher, welchen Typ des Layouts beide Exemplare von CTH 395.3 darstellen:

Falls es sich um eine vierkolumnige Tafel handelte (wie bei CTH 395.1.1 sowie CTH 395.2.1 und CTH 395.2.2), würden die erhaltene Fragmente von CTH 395.3 der Vs. II und Rs. III einer vierkolumniger Version entsprechen. Inhaltlich entsprechen sie jedoch der Vs. III und Rs. IV der vierkolumnigen CTH 395.1.1. Entweder handelt es sich bei CTH 395.3.1 und 3.2 um keine vierkolumnige Tafel oder die beiden Exemplare stellen noch eine weitere Version mit einem anderen Verlauf des Rituals dar.

Editionsgeschichte

Autographien

Exemplar A1: H. Otten 1969 als KBo 18.104

Exemplar A2: H. Otten, Ch. Rüster, G. Wilhelm 2011 als KBo 55.36

Editionen und Übersetzungen

Ünal 1996, 84-85 (Transliteration)

Die Darstellung für das Internet fertigte an: A. Chrzanowska 2012

Inhaltsübersicht

§ 1

Nennung einer Frau namens Manduta, die den Sonnengott um die Rückgabe ihres Sohnes

(Attās?) bittet.

§ 2

Invokation Mandutas an den Sonnengott nach der Formel der Darbietung

von verschiedenen Geschenken (u.a. Samen, Gold, Silber, Karneol) im Tausch gegen Attā.

§ 3'

Dreimal wiederholter Aufruf zum Abspannen des Müden und Anspannen des Frischen.

§ 4'

Parabolisches Bild über das Korn, das sich vor dem Mühlstein rettet.

Eine proverbielle Inkantation über die hinteren Räder, die die vorderen nie überholen

können.

Die Beschwörungen von Menschen sollen gleich wirksam sein wie die Worte

des Sonnengottes und der Göttin Kamrušepa.

§ 5'

Siebenfache Beschwörung. Opfer aus sieben dicken Broten.

Inkantation an den Sonnengott – Darbietung der Brote.

§ 6''

Abschluss der Handlungen am Ende des Tages.

§ 7''

Anfang der Handlung am Morgen des darauffolgenden Tages.

© Universität Mainz – Institut für Altertumswissenschaften


Editio ultima: 2015-11-04






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