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CTH 400.1

Citatio: (ed.), hethiter.net/: CTH 400.1 (INTR 2017-04-27)

Ritual des Irija für die Reinigung einer Stadt

(CTH 400.1)

Textzeugen

A

A1

KUB 30.35

Bo 2535

A2

+ Unveröffentlicht

Bo 8334

A3

(+) KBo 54.14

691/z

A4

+ Unveröffentlicht

Bo 4422

A5

+ KUB 39.104

Bo 3475

A6

+ Unveröffentlicht

Bo 9449

B

KUB 39.102

Bo 3290

C

KBo 55.34

507/u

D

KBo 54.15

761/z

E

ABoT 2.24

AnAr 10591

F

KUB 39.103

Bo 3502

G

G1

KUB 30.34

VAT 13023

G2

+ KUB 60.75

Bo 1509

H

H1

KBo 46.10

413/q

H2

+ DBH 46/2.25

Bo 4690

H3

+ KBo 52.25

1066/u

I

KBo 69.250

E 1569

Exemplar A3 wurde im oberen Schutt von Mag. 20 im Großen Tempel gefunden, die Fundorte der anderen Fragmente von A wurden durch den Join bestimmt. Erhalten sind in A elf teilweise beschädigte Zeilen zu Beginn der Vs. I, zwölf halbe Zeilen zu Beginn der Vs. II, elf halbe Zeilen des Endes von Rs. III und 24 beschädigte Zeilen des Endes von Rs. IV.

Zu Exemplar B ist kein Fundort bekannt, es enthält Teile der ersten sieben Zeilen.

In Exemplar C aus dem Grabungsschutt in L/19 des Großen Tempels sind Teile der ersten drei Zeilen des Rituals erhalten.

Aus dem Fallschutt des östl. Mag. 19 des Großen Tempels stammt Exemplar D, das die ersten Zeichen zweier Zeilen der Vs. I enthält.

Ebenfalls keine Fundortangabe liegt zu Exemplar E vor, das die Anfänge von elf Zeilen der Rs. IV und von sieben Zeilen der Vs. I enthält.

Exemplar F, ohne Fundort, enthält Teile von sechs Zeilen des Beginns von Vs. II und Teile von sieben weiteren am Ende der Rs. III.

Auch Exemplar G ist ohne Fundortangabe; erhalten sind 23 Zeilen der Rs. III teilweise und 39 Zeilen der Rs. IV überwiegend vollständig.

Dank des Anschlusses mit KBo 52.25 ist jetzt die Herkunft von Exemplar H aus dem Tempel I gesichert.

Exemplar I aus dem großen Tempel gibt die Enden der letzten Zeile des Rituals und der ersten des Kolophons wieder.

Editionsgeschichte

Autographien und vollständige Umschriften:

A1 wurde von Ehelolf H. 1939a als KUB 30.35 in Autographie veröffentlicht. Er erkannte bereits die Ähnlichkeiten zu KUB 30.33, KUB 30.34 und KUB 30.36 und klassifizierte diese Fragmente als "Rituale zur Entsühnung von Bluttat, Meineid, panku-"Zunge" usw." (Ehelolf H. 1939a, III). A3 wurde von Groddek D. 2006a als KBo 54.14 in Autographie veröffentlicht und als indirekter Join zu KUB 30.35 + KUB 39.104+Bo 8334 erkannt; Groddek D. 2010d, 10f., gab zusätzlich eine Umschrift heraus. A5 wurde als KUB 39.104 in Autographie von Otten H. 1963d veröffentlicht, der es als Anschlussstück zu KUB 30.35 erkannte. A2 wurde von Taş I. 2014, 23, in Umschrift veröffentlicht. Zu A2, A4 und A6 liegen alte Umschriften vor.

B wurde von Otten H. 1963d als KUB 39.102 in Autographie veröffentlicht und als Duplikat zu KUB 30.35 I 1-7 erkannt.

C wurde von Otten H. – Rüster C. – Wilhelm G. 2011a als KBo 55.34 in Autographie veröffentlicht und als Duplikat zu KUB 30.35+ Vs. I 1-3 erkannt.

D wurde von Groddek D. 2006a als KBo 54.15 in Autographie veröffentlicht und als Duplikat zu KUB 30.35 + KUB 39.104 + Bo 8334 (+) KBo 54.14 Vs. I 8-9 erkannt. Groddek D. 2010d, 11, legte eine Umschrift vor und wies den Text o.A. entweder KBo 55.34 (als 507/u) oder KUB 39.102 zu.

E wurde von Akdogan R. 2010b, 13f., in Umschrift als ABoT 2.24 veröffentlicht.

F wurde von Otten H. 1963d als KUB 39.103 in Autographie vorgelegt und als Duplikat zu KUB 30.34 IV 5-10 erkannt.

G1 wurde von Ehelolf H. 1939a als KUB 30.34 in Autographie veröffentlicht, der bereits die Ähnlichkeiten zu KUB 30.33, KUB 30.34 und KUB 30.36 erkannte und diese Fragmente als "Rituale zur Entsühnung von Bluttat, Meineid, panku-"Zunge" usw." klassifizierte (Ehelolf H. 1939a, III). G2 legte Klengel H. 1990c in Autographie als KUB 60.75 vor. Er vermutete aufgrund des im Text vorkommenden Frosches, dass es sich um eine Tafel literarischen Inhalts handle (Klengel H. 1990c, VI). Groddek D. 2006c, 76f., gab eine Umschrift und ordnete den Text KUB 30.34 und CTH 400 zu.

Text H1 wurde von Otten H. et al. 2004a als KBo 46.10 in Autographie veröffentlicht und als parallel zu KUB 30.34 Rs. III 1-5 beschrieben. Groddek D. 2015b, 8f., legte eine Umschrift vor, die er in den Zeilen 4', 6' und 7' nach KUB 30.34 Rs. 1-5 ergänzte. H2 wurde von Akdoğan R. 2016a als DBH 46/1.25 in Autographie und im Umschrift in DBH 46/2, 9. Der Text A3 wurde von Siegelová J. 1971a, 72, als Paralleltext zu KBo 13.131 und KUB 30.34+KUB 60.75 (als Bo 1509) erkannt und von Corti C. 2009a als KBo 52.25 in Autographie veröffentlicht.

Text I wurde von Lorenz J. – Rieken E. 2013a als KBo 69.250 in Autographie veröffentlicht und als mögliches Duplikat zu KUB 30.35 Rs. IV 4'f. erkannt.

Groddek D. o.J., 13-16 und 22-24, legte eine Bearbeitung der Exemplare A1+A5, B, G und F vor.

Die vorliegende Bearbeitung fertigte S. Melzer unter Mitarbeit von S. Görke 2016 an.

Inhaltsübersicht

Das Ritual wird auch im Tontafelkatalog KBo 31.4+ (CTH 277.2) Rs. V 11'-13' aufgeführt.

§1

Einleitung mit Nennung des Ritualausführenden Iriya, eines Opferschauers, und des Ritualzwecks, der Reinigung einer Stadt. Bereitstellung der Opferzurüstung.

§2

Beschwörung an das Flussufer.

§3-6''

Zu fragmentarisch für eine Zusammenfassung.

§7''-8''

Fragmentarische Ritualhandlungen und Opfer mit Beschwörung.

§9''

Zu fragmentarisch für eine Zusammenfassung.

§10'''-11'''

Opfer und Beschwörung für die uralten Götter.

§12'''-13'''

Opfer und Beschwörung an das Wasser; Antwort des Wassers.

§14''''-20''''

Ritualhandlungen und Beschwörungen mit einem šurašura-Vogel, einem Adler, einem Falken und einem Ziegenbock. Reinigung des Palastes und des Tempels.

Kolophon

Erste Tafel des Rituals des Iriya.

Das Ritual weist einen Typ von Beschwörungen auf, der auch in zwei weiteren Ritualen fast wortwörtlich erscheint (CTH 401.1 (Ritual des Banippi), CTH 401.2). Francia R. 2004a sieht darin die Reste alter, mündlich überlieferter Traditionen. Die Beschwörungen richten sich an Naturentitäten (erhalten sind sie für das Flussufer, das Wasser und die Berge), die vom Beschwörer um Beistand angerufen werden. Was mit der in kleineren Variationen auftretenden Wendung "die Menschenkinder hat er wie ein Rind hinter die Umzäunung der Viehhürde geworfen" gemeint ist, bleibt unklar, möglicherweise war es schon zu hethitischer Zeit ein erstarrter Ausdruck. Die angesprochenen Elemente sichern daraufhin dem Beschwörer ihrer Hilfe zu und schließen mit einem Vergleich, der jeweils aus ihrem natürlichen Umfeld zu stammen scheint, jedoch machen der fragmentierte Zustand und lexikalische Probleme ein Verständnis schwierig.

Die hohe Zahl von z.T. sehr kleinen Textvertretern macht es wahrscheinlich, dass einige davon zur selben Tafel gehören, nach Vergleich der Schriften ergaben sich jedoch keine zwingenden Joins. D. Groddek zog einen Anschluss von D an B oder C in Erwägung (vgl. die Konkordanz).

© Universität Mainz – Institut für Altertumswissenschaften/Altorientalische Philologie


Editio ultima: 2017-04-27






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