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Short description |
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Der Text beschreibt mehrere Tage eines Festrituals, an denen ašušala-Leute, Ältere und SANGA-Priester aktiv am Festgeschehen teilnehmen. Mitglieder der Königsfamilie werden dabei nicht genannt.
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Texts |
| Manuscript A | A₁ | KBo 25.54 | 1960/c | Bk. A |
| + A₂ | + KBo 20.17 | + 2359/c | Bk. A |
| | | + 2364/c | Bk. A |
| + A₃ | + KBo 20.20 | + 46/e | Bk. A |
| + A₄ | + KBo 17.36 | + 254/q | Bk. A |
| + A₅ | + ABoT 1.35 | + AnAr 8353 | Bk. A * |
| + A₆ | + ABoT 2.156 | + AnAr 8357f | Bk. A * |
| Manuscript B | B₁ | KBo 25.56 | 773/b | Bk. A |
| | | + 1745/c | Bk. A |
| | | + 1999/c | Bk. A |
| | | + 2110/c | Bk. A |
| | | + 24/e | Bk. A |
| + B₂ | + KBo 20.22 | + 1612/c | Bk. A |
| | | + 1613/c | Bk. A |
| + B₃ | + KBo 30.27 | + 778/b | Bk. A |
| + B₄ | + KBo 17.45 | + 1989/c | Bk. A |
| + B₅ | + KBo 17.33 | + 1998/c | Bk. A |
| Manuscript C | | KBo 25.55 | 1279/c | Bk. A |
| Manuscript D | | KBo 17.12 | 469/b | Bk. A |
| Manuscript E | E₁ | KBo 25.138 | 730/z | T.I |
| + E₂ | | + Bo 4196 | Ḫattuša | |
Literature from the Konkordanz |
- D. Groddek, DBH 2, 2002: 33
- E. Neu, StBoT 25: 125-128 (Nr. 56)
- E. Neu, StBoT 25, 1980: 128f. (Nr. 57) u. F. Starke; StBoT 30; 1985; 289f
- E. Neu, StBoT 26, 1983: 364f.
- F. Starke, 1985: 1985; 276f. (Joinskizze); 290-292
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Overview of contents |
| Section 1ID=13 | Beschreibung des 13. Tages: fragmentarische Ritualhandlungen mit Nennung von ašušala-Leuten, Älteren, Tanz, Hörnern und ḫuḫupal-Instrumenten |
| Section 2ID=14 | Beschreibung des 14. Tages: Opferung von Schaf und Ziegenbock, Erwähnung von Älteren |
| Section 3ID=15 | Weitere fragmentarische Ritualhandlungen mit Nennung von SANGA-Priestern und ašušala-Leuten; Opferungen an den Wettergott; wohl Ende des 14. Tages |
| Section 4ID=17 | Fragmentarisch |
| Section 5ID=18 | Fragmentarisch |
| Section 6ID=19 | Fragmentarisch: Ritualhandlungen vom Ende des 15. Tages |
| Section 7ID=20 | Ritualhandlungen des 16. Tages: ašušala-Leute lösen šameḫuna aus ihren Gewändern; SANGA-Priester opfern und bereiten Kultmahl vor; Kultmahl mit ašušala-Leuten |
| Section 8ID=21 | Ritualhandlungen des 17. Tages: fragmentarisch; eventuell Kultmahl der SANGA-Priester |
| Section 9ID=23 | Fragmentarischer Ritualabschnitt mit Auflistung von Ritualmaterialien; ašušala-Leute bringen einen Birnbaum in den Tempel; Auflistung von Materialien aus verschiedenen Institutionen |
| Section 10ID=24 | Beschreibungen des n.-ten Ritualtages mit luwischer Rezitation | |
Editionsgeschichte |
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Die althethitischen Vertreter des Textes (Texte A, B, C und D) wurden in StBoT 25 und 30 in Transliteration vorgelegt. Text A (Starke F. 1985a: 285-288) konnte J. Miller 2018 durch einen Join mit dem Fragement ABoT 2.156 erweitern, das Akdoğan R. 2010b: 75f. in Transliteration vorgelegt hatte. An Text B (Starke F. 1985a: 290-292) jointe Groddek noch KBo 17.45. Auch der junghethitische Textvertreter F wurde von Starke in Umschrift publiziert, allerdings ohne den Join mit Bo 4196, der auf R. Akdoğan zurückgeht (18.10.2024) und der hier in einer alten Grabungsumschrift vorgelegt wird.
Der Text wird hier erstmals in einer Gesamtumschrift mit Übersetzung vorgelegt.
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Tafeleigenschaften |
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Bei Text A handelt es sich um eine zweikolumnige Tafel, von der sich von der Vs. I ca. 25 Zeilen, teilweise nur fragmentarisch, von der Vs. II ca. 27 ebenfalls teilweise fragmentarische Zeilen, ca. 20 Zeilen der Rs. III und ca. 24 teils fragmentarische Zeilen der Rs. IV erhalten haben.
Auch bei Text B handelt es sich um eine zweikolumnige Tafel, allerdings haben sich hier nur ca. 25 fragmentarische Zeilen der Vs. I, ca. 10 Zeilenanfänge der Vs. II, 16 Zeilenanfänge der Rs. III sowie 26 teils fragmentarische Zeilen der Rs. IV erhalten.
Text C ist ein kleines Fragment mit wenigen Zeichen in 10 Zeilen.
Text D besitzt 8 Zeilenanfänge einer Vs. I sowie 5 Zeilenanfänge der Rs. IV.
Text E weist 11 fragmentarische Zeilen auf.
Insgesamt dürfte sich weniger als die Hälfte der Tafel erhalten haben.
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Paläographie und Handschrift |
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Die Texte A-D weisen Merkmale auf, die sich vergleichbar in den alten Niederschriften der palaischen Texte fanden (vgl. CTH 752; siehe dazu auch Görke S. 2025a: 84-95). Dazu zählen althethitische Zeichenformen wie TA und GA, Ligaturschreibungen wie A+NA und KAT+TA, schwere, nach rechts geneigte Keilköpfe der zeichenabschließenden Senkrechten, Überschreibungen des Interkolumniums oder nicht vorhandene Kolophone.
Bei Text E handelt es sich um eine junghethitische Niederschrift.
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Sprachliche Merkmale |
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Die Texte liefern zahlreiche Beispiele althethitischer Formen und Ausdrücke. Dazu können die Verwendung enklitischer Personalpronomen (wie z.B. in kuttanaz(a)=šmit oder kalulupu(š)=šmuš), die Verwendung des Allativs (wie z.B. ḫaššā), Verbalformen (wie z.B. ešanta, taruškanzi), die Schreibungen tanzi oder akuanzi und möglicherweise ein Akk.Pl.n auf -i in paltani=šmit gezählt werden.
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Besonderheiten |
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Singulär ist der Ausdruck des Finger-Verknotens, der nur in dieser Textgruppe belegt ist. In anderen luwischen Ritualen finden ebenso wie hier Horn und ḫuḫupal-Instrument Verwendung, zu deren Musik getanzt wird. Unklar, da singulär, bleibt die Bedeutung des Orakelvogels in Kolon 16 (wenn Lesung und Interpretation korrekt sind). Auch das Anbinden von šameḫuna-Substanz und Lösen am nächsten Morgen ist in anderen Texten nicht belegt, ebensowenig wie die Verwendung von Birnenbäumen (Kola 123 und 137) im rituellen Kontext. Kämpfe, worauf in Kolon 66 verwiesen werden könnte, finden auch in anderen Ritualen statt (siehe dazu z.B. Gilan A. 2001a).
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Allgemeine Informationen |
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Der Text ist über weite Sectione hin relativ fragmentarisch überliefert. So könnten zu Beginn, am 13. Tag, vielleicht zwei SANGA-Priester an einem Durchgang an einem Tisch mit Opferungen sitzen. Dann werden ašušala-Leute herbeigebracht, denen später auf die Schultern geschlagen wird und die wohl musizieren und tanzen. Am Ende des Tages wird auch das Haus des Gastfreundes erwähnt (vgl. CTH 665.3.1). Zu Beginn des 14. Tages werden Tiere geopfert, und zwei SANGA-Priester opfern dem Wettergott Brot vor dem Durchgang, bevor wohl die ašušala-Leute miteinander kämpfen. Am Ende des 15. Tages sowie zu Beginn des 16. Tages findet ein Ritus mit šameḫuna- statt (vgl. oben), bevor ein Kultmahl den Tag beendet. Am 17. Tag finden erneut Brotopferungen durch die SANGA-Priester statt. An einem weiteren Tag, eventuell dem 18., werden Kultlieferungen beschrieben, bevor vielleicht ein Verwalter eine luwische Rezitation mit Bezug auf einen ašušala-Mann spricht. Fragmentarische Riten mit Bechern beenden die Niederschrift.
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