Short description |
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Dieses Festritual, wenngleich nur fragmentarisch überliefert, richtet sich an den Gott Telipinu und weist hethitische Rezitationen auf. Die Erwähnung des ḫuḫupal-Instruments sowie der Verweis auf Rezitationen in der Sprache von Ištanuwa stellen Verbindungen zu den luwischen Festritualen her.
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Texts |
| Manuscript A | A₁ | KUB 53.15 | Bo 2650 | Ḫattuša |
| + A₂ | + KUB 41.15 | + VAT 8314 | Ḫattuša |
| + A₃ | + FHL 5 | + AO 7553 | Ḫattuša |
| + A₄ | + KBo 9.134 | + 55/n | Bk. H | |
Literature from the Konkordanz |
- F. Starke, StBoT 30, 1985: 319f. mit Anm. 117a
- S. Alp, TTKY VI/23, 1983: 290f. (Nr. 140)
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Overview of contents |
| Section 1ID=1 | Fragmentarisch: Nennung von Labarna in einer hethitischen Rezitation |
| Section 2ID=2 | Fragmentarisch: Beschreibung eines Ritualplatzes mit Anrufung des Telipinu |
| Section 3ID=3 | Kultmahl, bei dem ein Arzt ein ḫuḫupal-Instrument spielt und in der Sprache von Ištanuwa singt |
| Section 4ID=4 | Szene, in der der Arzt musiziert und die Anwesenden mit zwei Nadeln sticht; wohl Tagesende |
| Section 5ID=5 | Wohl Tagesbeginn; fragmentarisch |
| Section 6ID=6 | Fragmentarisch: Hinweis auf Rezitation und Opferungen |
| Section 7ID=7 | Fragmentarisch: Vorbereitung ritueller Handlungen wohl im Palast; Erwähnung des Sonnengottes und Telipinus |
| Section 8ID=8 | Libation und Umschwenken der Götter mit Rezitation |
| Section 9ID=9 | Nennung einer Ritualzurüstung wohl für die Verehrung Telipinus |
| Section 10ID=10 | Fragmentarisch: rituelle Waschung, Vorbereitung der Ritualmaterialien und einer Statue(?) wohl mit Anrufung des Telipinu(?) | |
Editionsgeschichte |
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Eine Transliteration von Text A₁ findet sich in Starke F. 1985a: 319f. Dort verweist Starke in Anm. 117a bereits auf den Join mit Text A₂. Im November 2025 konnte J. Lorenz den Text A₃ der Tafel hinzufügen. S. Görke gelang der Join mit Text A₄ im Februar 2026.
Der Text wird hier erstmals in seiner Gesamtheit transliteriert und übersetzt.
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Tafeleigenschaften |
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Es handelt sich um eine zweikolumnige Tafel mit relativ breiten Kolumnen. Von dieser haben sich die letzten 32 Zeilen der Vs. I erhalten, 13 davon fast vollständig. Darüber hinaus sind 26 Zeilenanfänge der unteren Hälfte der Vs. II und 43 Zeilenenden des Beginns der Rs. IV überliefert. Fast die halbe Tafel ist verloren, so dass von dem Gesamttext weit weniger als die Hälfte überliefert ist.
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Paläographie und Handschrift |
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Es handelt sich um eine junghethitische Niederschrift, wobei noch die älteren Formen der Zeichen AK und URU Verwendung finden, aber auch bereits ein jüngeres LI neben älteren Formen belegt ist.
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Sprachliche Merkmale |
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Die vermerkten älteren Zeichenformen sowie morphologische Formen wie der Allativ ḫilamna oder der Gebrauch der enklitischen Possessivsuffixe wie in šamanu(š)=ššuš oder GÌR-i=šši deuten auf eine ältere Abfassungszeit des Textes.
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Allgemeine Informationen |
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Der relativ fragmentarische Überlieferungszustand macht ein Verständnis mancher Sectione schwer. Der erhaltene Text beginnt mit einer hethitischen Rezitation, in der labarna offenbar in einem Analogiespruch genannt wird. Im zweiten Section wird Telipinu angerufen, sich bereit gestellte Schuhe anzuziehen. Im dritten Section spielt ein Arzt während eines Trinkritus ein ḫuḫupalli-Instrument und singt Lieder in der Sprache von Ištanuwa. Am Ende des Ritualtages wird ein Ritus beschrieben, bei dem ein Arzt zunächst sich selbst mit zwei Nadeln sticht und tanzt. Nach dem Herausziehen der Nadeln trinkt er Wein, bevor er anschließend weitere Ritualteilnehmer mit den Nadeln sticht. Diese singuläre Beschreibung referiert wohl auf einen Tanz in Ekstase oder Trance (siehe Schuol M. 2004a: 206f.). Weitere ausgesprochen fragmentarische Sectione folgen, darunter hethitische Rezitationen, in denen wiederholt Telipinu erwähnt wird. Ein Section dürfte dabei das Ankleiden einer Götterstatue beschreiben.
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