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Citatio: Susanne Görke (Hrsg.), hethiter.net/: CTH 665.1 (TRde 2026-02-17)


CTH 665.1

Eine Festbeschreibung mit luwischen Gesängen der ašušatalla-Leute

translatio



Section 1ID=1: Opferungen von Stier, Kuh und Schafen an den Wettergott von Ištanuwa und weitere Götter; Verweis auf Schlachtungen am ersten, zweiten und dritten Tag

1ID=1 --

Einen Stie[r] opfer[t er … dem] Wettergott von Išta[nuwa].

2ID=2 --

Eine Ku[h] opfert [… von I]štanuwa dem Sonnengott des Wettergottes von Išt[nuw]a im kultisch reinen Innengemach.

3ID=3 --

Ein Schaf für den Hirschgott, Šuwašuna, Wandu.

4ID=4 --

Ein Schaf für Šiuri, Iyašalla, den großen Hirschgott.

5ID=5 --

Ein Schaf für Immaršiya.

6ID=6 --

Einen Ziegenbock für die männlichen Götter.

7ID=7 --

Zwei Schweine schlachtet man am Tor in der erwähnten Weise.

8ID=8 --

Am ersten Tag zwei Rinder, sieben Schafe, zehn? Schafe, zwei Schweine.

9ID=9 --

Am zweiten Tag opfert er sieben Schafe, ein Schwein.

10ID=10 --

Am dritten Tag opfert er sechs Schafe.

Section 2ID=2: Beschreibungen der Opferungen von Fleisch und Wein

11ID=11 --

Man stellt Fleisch hin.

12ID=12 --

Danach stellt man kultisch reine Töpfe hin.

13ID=13 --

Man kreist (sie) ein.

14ID=14 --

Man gießt es/sie auf die Erde aus.

15ID=15 --

Drei Brotlaibe legt er in den Schmelzofen.1

16ID=16 --

Er bricht sie

17ID=17 --

(und) libiert dreimal KAŠ.GEŠTIN-Wein.

18ID=18 --

Er spricht die kultisch reinen Worte des Topfes.

19ID=19 --

Anschließend lässt man (die Opferungen) hinüber zu den männlichen Göttern (gehen)2

20ID=20 --

und spricht dabei die kultisch reinen Worte.

21ID=21 --

Anschließend stellt man das Fleisch gekocht hin.

22ID=22 --

Man stellt die Suppen hin.

23ID=23 --

Man bricht Brotlaibe.

24ID=24 --

Man füllt Rhyta.

Section 3ID=3: Rezitationen der reinen Worte gegenüber dem Wettergott durch die ašušatalla-Leute

25ID=25 --

Die ašušatalla-Leute beginnen, die kultisch reinen Worte dem Wettergott gegenüber zu sprechen:

26ID=26 --

„…, das von ferne.“

27ID=27 --

Anschließend blasen sie Hörner auf dem Dach

28ID=28 --

und [sin]gen folgendermaßen:

29ID=29 --

mimitala.

30ID=30 --

Wir geben … Buße [].

31ID=31 --

[] zum Ritual gehörige … ebenso.

32ID=32 --

Wir heben Vorratsgefäße [].

33ID=33 --

Sie zerschmetterten [] kraftvoll.

34ID=34 --

Sie(?) sprechen [].

35ID=35 --

[] unten …[][].“

Section 4ID=4: Wohl Kultmahl

36ID=36 --

[][]

37ID=37 --

[]… isst man.

38ID=38 --

[Man] tr[inkt].

Section 5ID=5: Vorbereitung des nächsten Ritualabschnitts; Opferungen für den Wettergott von Aštanuwa und weiteren Göttern mit luwischen Rezitationen

39ID=39 --

[]… bereitet man folgendermaßen vor.

40ID=40 --

Beim [erst]en Mal opfert er dies.

41ID=41 --

Und er? [] dabei/hinein.

42ID=42 --

[Anschlie]ßend opfert er dem Wettergott von Aštanuwa.

43ID=43 --

Ebenso.

44ID=44 --

[Ansch]ließend trinkt er dem Sonnengott von Ištanuwa nur zu.

45ID=45 --

„Fülle, Gut, Nahrung,3 komm herab von den buckeligen Bergen!“4

46ID=46 --

Anschließend trinkt er dem reinen Innengemach zu

47ID=47 --

und spricht.

48ID=48 --

„Diesen Weg, den er geht,

49ID=49 --

der im nimiyanni- unter dem ili/a-? (ist),

50ID=50 --

habt Erbarmen (mit ihm)!“5

51ID=51 --

Anschließend trinkt er Šuwašuna zu.

52ID=52 --

„Sie kamen vom fernen wiluša- weg.“

53ID=53 --

Anschließend Wandu ebenso.

54ID=54 --

„Die Gewitterwolke im Himmel,

55ID=55 --

die Gewitterwolke im Himmel wird mit fremder Bezeichnung ‘nährende’ genannt,

56ID=56 --

Götter!“6

57ID=57 --

Anschließend Šiuri ebenso.

58ID=58 --

„Wässere doch,

59ID=59 --

wässere doch hinter dem Becken den männlichen Zustand für Ayanti!“7

60ID=60 --

Anschließend Iyašallašši ebenso.

61ID=61 --

„Der duššaniyalla-Mann soll mir Handlung(sfähigkeit) geben!

62ID=62 --

Er soll sich gut zu mir (und) weg (von mir) bewegen!“8

63ID=63 --

Anschließend aber den großen Hirschgott ebenso.

64ID=64 --

„Den feindlichen Schädiger … []….

65ID=65 --

Man beobachtet junges Getier, männlichen Zustand, …, Nahrung, den geschädigten Warwaliya.“9

66ID=66 --

Anschließend Iarri ebenso.

67ID=67 --

Anschließend Ḫalki.

68ID=68 --

Anschließend Ḫaldattašši e[bens]o.

69ID=69 --

Anschließend []… die ḫuḫupal-Instrumente []

Section 6ID=6: Fragmentarisch: wohl Trinkriten

70ID=70 --

[Man] trinkt.

71ID=71 --

[]

72ID=72 --

Man schlägt sie.

73ID=73 --

[]

74ID=74 --

[] trinkt man.

Textende

Kolophon auf dem linken RandID=Kol1A

1ID=Kol1A1 --

[Liede]r? des Donners singt man.

HW2 Ḫ 570a übersetzt: “3 Brotlaibe des .[ nim]mt er.”
So nach CHD P 152b.
Anders Goedegebuure P. 2010d: 311: “The storage jars (are) good (and) deep.”
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian watt(i)- “mountain” in eDiAna.
Lesung a-at-ti nach Kollation; vgl. Melchert H.C. 2024a: 2 und 93; anders E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian āla/i- “distant (?)”; anders D. Sasseville s.v. Cuneiform Luwian nimiyanni “ungrowth(?)” in eDiAna.
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian ḫalti- “to call” in eDiAna.
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian wārina-(i) “to make watery, to water (?)” in eDiAna.
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian duwanta “in a distance, away (?)” in eDiAna.
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwan zamnant(i)- (zammant(i)-) “damaged” in eDiAna.
Editio ultima: Traductionis 2026-02-17