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Die junghethitische Niederschrift wirkt schnell geschrieben: die Paragraphenstriche verlaufen nicht parallel zueinander, die senkrechten Keile sind leicht nach links gekippt, während die waagerechten tendenziell nach rechts unten weisen. Die Paragraphenstriche wurden häufig von unten überschrieben. Die Zeile 15 der Vorderseite findet ihre Fortsetzung auf der Rückseite der Tafel, wofür dort ein Paragraph unbeschrieben blieb.
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Der Text weist zahlreiche Logogramme auf und wirkt durch häufig fehlende Satzeinleitungen wie ein Text, in dem in aller Kürze die wichtigen Punkte notiert wurden. In Kombination mit dem Eindruck einer schnellen Niederschrift könnte es sich um eine vorläufige Niederschrift handeln, die vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet werden sollte.
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In diesem Text werden Opferungen des ersten bis dritten Tages für eine Gruppe von Götter aus Ištanuwa beschrieben, die aus dem Wettergott von Ištanuwa, dem Sonnengott des Wettergottes von Ištanuwa, dem reinen Innengemach, dem Hirschgott, Šuwašuna, Wandu, Šiuri, Iyašalla, dem großen Hirschgott, Immaršiya sowie den männlichen Göttern besteht (Gruppe A – vgl. die Einführungsseite zu den luwischen Festritualen). Diese Reihung findet sich auch in dem kleinen Fragment KUB 60.30 (CTH 665.9). In einem späteren Abschnitt werden noch Iarri, Ḫalki und Ḫaldatašši genannt. Die Gottheit Iarri wird auch in CTH 771.1, CTH 771.2 und CTH 771.4 genannt, während die Nennungen von Ḫalki und Ḫaldatašši singulär im luwischen Korpus sind.
Wer das Festritual ausführt, bleibt unklar. Der Kolophon auf dem linken Rand verweist auf Lieder des Donners. Im Text werden die ašušatalla-Leute genannt, die in einem längeren, allerdings nur fragmentarisch erhaltenem Lied mehrmals Verbalformen der 1.Ps.Pl. nutzen. Im weiteren Verlauf ist es der Ritualausführende, der für jeden Gott einzeln ein Lied singt. Dabei sind offenbar nur die Stichzeilen der Lieder notiert, in denen sich kein direkter Bezug zwischen Lied und Gottheit offenbart. Für die Gottheit Wandu werden Gewitterwolken erwähnt, die auch in Rezitationen in CTH 773.2 besungen werden. Die Rezitation mit Erwähnung des duššaniyalla-Mannes (CTH 665.1 Kola 61f.) findet sich auch in CTH 665.7 Kola 16f. und CTH 772.2 Kola 23f., allerdings in anderem Zusammenhang. Darüber hinaus weist der hier vorgelegte Text in der Beschreibung von Riten mit Kreisen Parallelen zu CTH 665.6 Kolon 33 und CTH 665.2 Kola 83f. auf.
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