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Kurzbeschreibung |
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Der Text enthält den Beginn einer Festbeschreibung, mit Zurüstung, vorbereitenden Handlungen und luwischen Anrufungen an den Wettergott durch die ašušatalla-Leute sowie durch einen SANGA-Priester.
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Texte |
| Exemplar A | A₁ | KBo 45.199 | 6/s | HaH |
| (+) A₂ | (+) KUB 35.133 | (+) VAT 7486 | HaH * |
| Exemplar B | | KUB 35.134 | Bo 5682 | Ḫattuša | |
Literaturauszug aus der Konkordanz |
- F. Starke, StBoT 30, 1985: 283 (CTH 772.5.B)
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Editionsgeschichte |
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Transliterationen von Text A wurden von Roszkowksa-Mutschler H. 2005a: 249f. (A₁) und Starke F. 1985a: 278-282 (A₂) vorgelegt. Der indirekte Join wurde von G. Torri im November 2011 vorgeschlagen. Text B stellte Starke F. 1985a: 283 in Transliteration vor.
Besonders Teile der luwischen Abschnitte finden in verschiedenen Werken Erwähnung (vgl. dazu Groddeks Liste auf hethiter.net). Eine inhaltliche Zusammenfassung und Auswertung insbesondere in Hinblick auf die Erwähnung des Wettergottes und der Sonnengöttin von Arinna findet sich bei Steitler Ch. 2017a: 91-95.
Die vorliegende Edition stellt die erste vollständige Transliteration und Übersetzung des Textes dar.
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Tafeleigenschaften |
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Bei Text A handelt es sich um eine zweikolumnige Tafel, die pro Kolumne in etwa 60 Zeilen besessen haben dürfte. Davon haben sich ca. 50 Zeilen der Vs. I erhalten, von denen ca. 20 nur fragmentarisch überliefert sind. Von der Vs. II haben sich ca. 30 Zeilen nur zur Hälfte erhalten, der Rest ist so gut wie vollständig überliefert. Von der Rs. III haben sich nur ca. 25 Zeilen, davon ungefähr die Hälfte mit Lücken, erhalten. Auf der Rs. IV dürften im oberen Bereich nur ca. 20 Zeilen gestanden haben, von denen sich 14 fragmentarisch erhalten haben. Der untere Teil der Kolumne war wohl unbeschrieben und weist einen eingeritzten Kreis, der teilweise doppelt durchkreuzt war, auf.
Text B weist 14 Zeilenanfänge einer rechten Kolumne auf, die Text A teilweise ergänzen.
Insgesamt haben sich weniger als drei Viertel des Textes erhalten.
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Paläographie und Handschrift |
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Der Text A weist eine spätjunghethitische Niederschrift auf (vgl. die Zeichen ḪA, DA, SAR – vgl. auch Starke F. 1985a: 275, 278). Text B weist keine datierungsrelevanten Zeichen auf.
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Sprachliche Merkmale |
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Bereits Starke F. 1985a: 278 verwies darauf, dass der Text wohl „sprachlich stark modernisiert“ wurde, da sich bis auf kuwapitta kaum ältere Formen fänden.
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Allgemeine Informationen |
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Wenngleich der Text einige Lücken aufweist, lassen sich die folgenden Aussagen treffen:
Der Text beginnt, wobei die Einleitung bis auf wenige Worte weggebrochen ist, mit einer Auflistung der Ritualmaterialien. Anschließend wird auf freiem Feld ein Opfertisch von den ašušatalla-Leuten errichtet, auf dem eine Kultstele des Wettergottes aufgestellt wird. Im Anschluss wird ein Szenario beschrieben, bei dem Gewänder auf einen Stuhl gelegt und Tische für die Beopferungen des Wettergottes aufgestellt werden. Eine vergleichbare Beschreibung findet sich in CTH 772.1 Kola 20-40 und CTH 772.6 Kola 2ff. Nach einer sehr fragmentarischen luwischen Rezitation, in die Sonnengöttin von Arinna genannt wird, wird in Anwesenheit eines SANGA-Priesters Brot gebrochen und Wein libiert, wobei ein „er (oder sie)“ den Wettergott des Himmels anruft und ihn zum Kultmahl einlädt. Bei der anschließenden Opferung eines Ziegenbock bittet er um Stärke und Leben für die Stadt Ḫattuša. Der sich anschließende Ritus mit Kreisen findet sich auch in CTH 665.1 und CTH 665.6. Erneut folgt eine Anrufung des Wettergottes, in der dieser gebeten wird, Wachstum, Wein u.a. auf Ḫattuša hinab regnen zu lassen. Weitere Anrufungen des Wettergottes, weitgehend unverständlich, folgen bis zum Ende des Texts.
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Inhaltsübersicht |
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