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Folgende Texte wurden CTH 772 zugeordnet:
CTH 772.1 beschreibt ein Fest mit Behandlung des Königspaares und wohl seiner Söhne. Der Text beginnt mit einer recht ausführlichen Ritualzurüstung, bevor Zelte auf freiem Feld errichtet werden. Tische mit Broten werden vorbereitet. Später singen Leute aus Ištanuwa auf Luwisch im Wechsel mit der Menge, die dazu betet. Die dabei genannte Gottheit Kinaliya ist der Göttergruppe B zuzurechnen (vgl. die Einführungsseite zu den luwischen Festritualen).
CTH 772.2 beschreibt ebenfalls ein Festritual unter Beteiligung des Königspaars und Erwähnung der Götter der zweiten Gruppe (vgl. die Einführungsseite zu den luwischen Festritualen). Die einleitende Auflistung der Ritualmaterialien gleicht der von CTH 772.1; aufgrund des fragmentarischen Zustands beider Texte könnte man annehmen, dass CTH 772.1 und CTH 772.2 das gleiche Ritual beschreiben, von dem sich in CTH 772.2 das Ende des dritten Tages erhalten hat. Das Königspaar verlässt nach Opferungen und einem Kultmahl mit Trinkriten für die Götter der zweiten Gruppe den Schauplatz und fährt zurück in die Stadt. Am vierten Tag räumen die Leute aus Ištanuwa auf.
CTH 772.3 enthält ein Fragment mit luwischen Rezitationen von zwei Vorgesetzten und der Menge. Dabei wird der Wortlaut der von der Menge gesungenen Rezitationen durch KI.MIN ersetzt.
CTH 772.4 enthält ein kleines Fragment, das die Leute aus Ištanuwa, das Königspaar, Prinzen sowie einen zweiten und dritten Tag erwähnt.
CTH 772.5 enthält ein Festritual, das dem Gott Telipinu gewidmet ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Götter in der Sprache von Ištanuwa angerufen werden, sowie aufgrund der Nennung des ḫuḫupal-Instruments und eines Feldes wird dieser Text zu den Festritualen der Leute aus Ištanuwa gestellt. Im Gegensatz zu den anderen hier behandelten Festritualen findet dieses allerdings zumindest zum Teil im ḫalentu-Komplex statt. Singulär ist die Szene, in der sich ein Arzt mit Nadeln sticht und in Trance tanzt.
CTH 772.6 enthält ein Festritual, in dem ein SANGA-Priester aus Ištanuwa eine maßgebliche Rolle spielt. Obgleich nur sehr fragmentarisch erhalten dürfte der Abschnitt nach der Ritualeinleitung ein ähnliches Arrangement mit Tischen und Broten beschreiben wie CTH 772.1. Auf der Rückseite werden wohl luwische Rezitationen zitiert, die im Wechsel von Vorgesetzten und Menge gesungen wurden, wobei der Verweis auf die Menge nur durch KI.MIN erfolgt.
Das unter CTH 772.7 eingeordnete Fragment nennt die Leute aus (oder Götter? von) Ištanuwa.
CTH 772.8 beschreibt Gesänge „ihrer Vorgesetzten“ auf Luwisch, wobei die Menge, CTH 772.1 vergleichbar, betet. Eventuell wird auch das „Lied des Donners“ erwähnt.
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