Kurzbeschreibung |
|
Der Text beschreibt ein Festritual unter Anwesenheit des Königspaares. Die Leute aus Ištanuwa und die Menge singen dabei im Wechsel.
|
Texte |
| Exemplar A | A₁ | KUB 35.136 | 1863/c | Bk. A |
| + A₂ | + KBo 30.180 | + 2762/c | Bk. A |
| + A₃ | + KBo 29.209 | + 2763/c | Bk. A |
| + A₄ | + KBo 43.219 | + 119/e | Bk. A |
| + A₅ | + KBo 47.266 | + 483/w | Bk. A * |
| Exemplar B | | | Bo 6821 | Ḫattuša |
| Exemplar C | | KBo 46.258 | 177/q | Bk. A |
| Exemplar D | | KBo 44.155 | 10/m | Bk. A | |
Editionsgeschichte |
|
Eine Gesamttransliteration von Text A findet sich bei Mouton A. 2008a, wo sie den Text auch übersetzt und kurz kommentiert. Vorher hatte bereits Starke F. 1985a: 326-328 eine Transliteration von A₁+A₂ vorgelegt. Groddek D. 2002a: 247 publizierte A₂ ebenfalls in Transliteration und legte in Groddek D. 2011a: 210-212 auch A₅ in Transliteration vor.
Text C wurde von Groddek D. 2015a: 191 in Transliteration publiziert. Der vorgeschlagene indirekte Join mit KBo 9.93 wird hier nicht übernommen, da KBo 9.93 einer anderen Version zugeordnet wird (CTH 772.2). Text D wurde von Roszkowska-Mutschler H. 2007a: 146 transliteriert.
Aufgrund der auf der Rückseite erhaltenen Wechselgesänge wurde der Text sowohl von Mouton A. 2008a: 251 als auch von Starke F. 1985a: 295 CTH 773 zugeordnet. Im Zuge der Neusortierung der luwischen Festritualfragmente wird er jetzt aufgrund der Nennung der Leute aus Ištanuwa unter CTH 772 geführt (vgl. die Einführungsseite zu den luwischen Festritualen).
|
Tafeleigenschaften |
|
Von der zweikolumnigen Tafel von Text A haben sich 55 fragmentarische Zeilen einer Vs. I, die sich nur in wenigen Fällen vervollständigen lassen, sowie 30 fragmentarische Zeilen einer Rs. IV, von denen sich ebenfalls nur wenige vollständig ergänzen lassen, und vier Zeilenanfänge eines Kolophons erhalten. Die Länge des Textes ist fast vollständig erhalten; es dürften von der Vs. I nach oben und unten nicht mehr als je 5 Zeilen verloren gegangen sein. Da die Vs. II und Rs. III des Textes gar nicht überliefert sind, hat sich weniger als die Hälfte des Textes erhalten.
Von Text B haben sich 11 fragmentarische Zeilen erhalten, die hier nach einer alten Grabungsumschrift wieder gegeben werden. Sie duplizieren einen Abschnitt von Text A. Der gleiche Abschnitt wird auch von Text C dupliziert; dieser besitzt nur 10 fragmentarische Zeilen. Text D dupliziert in seinen wenigen Zeichen einen späteren Abschnitt von Text A.
Damit ist weniger als die Hälfte des Gesamttextes überliefert.
|
Paläographie und Handschrift |
|
Bei Text A handelt es sich um eine junghethitische Niederschrift.
Die Datierung von Text B wird in der Konkordanz mit „jh.“ angegeben.
Die Zeichenform von DA mit einem leicht vorgezogenen untersten Waagerechten und von AR ohne gebrochenen Waagerechten dürften nach Groddek D. 2015a: 191 mit Anm. 800 auf eine (spät)mittelhethitische Niederschrift von Text C deuten. Text D besteht aus nur wenige Zeichen, wobei die recht hoch stehenden kleinen Senkrechten von TA eventuell auf eine mittelhethitische Niederschrift deuten.
|
Sprachliche Merkmale |
|
Als Hinweis auf eine ältere Entstehungszeit des Texts ließe sich nach Starke F. 1985a: 304 die Schreibung še-e-ra- anführen.
|
Intertextualität |
|
Eine vergleichbare Auflistung von Materialien, die für das Fest benötigt wurden, ist in KUB 35.135 und KBo 9.93 belegt (siehe für beide Texte CTH 772.2). Für den letztgenannten Text wurde ein indirekter Join mit Text C vorgeschlagen. Allerdings weicht die Paragrapheneinteilung in dem Kolon vor der Auflistung der Gewänder (hier Kolon 2) ab, so dass von einer anderen Version ausgegangen wird, die sich in KUB 35.135 und KBo 9.93 erkennen lässt (CTH 772.2).
|
Allgemeine Informationen |
|
Weder Anfang noch Ende des Textes haben sich erhalten. Die wenigen Zeichen des Kolophons könnten auf ein Fest der königlichen Familie inklusive der Prinzen deuten, das wie CTH 771.4 auf einem Feld gefeiert wurde. Der erhaltene Text beginnt mit einer Auflistung von für das Festritual notwendigen Ritualmaterialien, an die sich die Lieferung der Vorgesetzten der Leute aus Ištanuwa anschließt.
Zu den ersten Ritualhandlungen gehört das Errichten von fünf Zelten auf einem Feld, ähnlich wie in CTH 771.1 geschildert. Es folgt wohl eine Ankleidungsszene, bevor Tische mit Broten vor einem Gott aufgestellt werden. Ein vergleichbarer Ablauf wird in CTH 665.2 in den Abschnitten 2-4 beschrieben, in denen jedoch keine Zelte errichtet werden, sondern ein Opfertisch oder Altarpostament auf freiem Feld.
Nach einer längeren Textlücke wird beschrieben, wie die Leute aus Ištanuwa und die Menge luwische Lieder singen, die auf ḫiluwa-Bäume Bezug nehmen. Ein letzter Ritualabschnitt nennt das Königspaar und die Prinzen in fragmentarischem Zusammenhang.
|
Inhaltsübersicht |
| Abschnitt 1ID=1 | Fragmentarische Auflistung einer Opferlieferung mit Wein, Mehl, Hülsenfrüchten, Zwiebeln, Ölen und Gewändern; fragmentarische Bedingung, falls man König und Königin behandelt |
| Abschnitt 2ID=2 | Ritualzurüstung der Vorgesetzten der Leute aus Ištanuwa |
| Abschnitt 3ID=3 | Erste Ritualhandlungen: Errichtung von fünf Zelten |
| Abschnitt 4ID=4 | Vorbereitung und Ankleiden der Götterstatue oder des Königs? |
| Abschnitt 5ID=5 | Vorbereitung von Tischen mit Broten rechts und links der Götterstatue |
| Abschnitt 6ID=6 | Luwische Lieder, die die Leute aus Ištanuwa und zwei ihrer Vorgesetzten singen |
| Abschnitt 7ID=7 | Fragmentarische Ritualhandlungen mit Nennung des Königspaares |
| Abschnitt 8ID=8 | Unzuordenbare Zeichen | |