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Kurzbeschreibung |
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Von dem Ritual haben sich Teile der Opferlieferung, die Beschreibung von verschiedenen Beopferungen der luwischen Gottheiten mit luwischen Rezitationen am Ende des dritten Ritualtages sowie der Beginn des vierten Tages erhalten, der dem Aufräumen gewidmet ist.
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Texte |
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Literaturauszug aus der Konkordanz |
- D. Groddek, DBH 47, 2015: 191
- F. Starke, StBoT 30, 1985: 320f.; 321-323
- Zum Fundort v. Th. van den Hout, DMOA 25, 1998: 33 Anm. 75
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Editionsgeschichte |
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Text A wurde in Transliteration von Starke F. 1985a: 321-323 vorgelegt.
Text B wurde ebenfalls von Starke F. 1985a: 320f. transliteriert und als Duplikat zu Text A aufgelistet (Starke F. 1985a: 295). Der vorgeschlagene indirekte Join mit KBo 46.258 (siehe Groddek D. 2015a: 191) wird hier nicht übernommen, da die Texte unterschiedlichen Versionen zugeordnet werden.
Die vorliegende Edition liefert zum ersten Mal eine Umschrift mit Übersetzung des Textes.
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Tafeleigenschaften |
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Bei Text A handelt es sich vermutlich um eine einkolumnige Tafel, von der sich 13 fragmentarische Zeilen der Vorderseite sowie 32 teils fragmentarische Zeilen der Rückseite erhalten haben. Wenige Zeichen des Kolophons sind auf dem linken Rand erkennbar. Mindestens die Hälfte der Tafel ist verloren, so dass insgesamt nur ein Viertel des Textes überliefert ist.
Von Text B haben sich 13 fragmentarische Zeilen einer Kolumne erhalten, die die Vorderseite von Text A duplizieren.
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Paläographie und Handschrift |
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Text A stellt eine junghethitische Niederschrift dar, bei der die für die spätjunghethitische Zeit typischen Zeichenvarianten noch nicht belegt sind.
Text B zeigt eine mittelhethitische Schriftform, worauf die Formen der Zeichen E, ŠAR und ḪAR deuten. Dabei weist DA noch einen leicht nach vorne gezogenen untersten Waagerechten auf.
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Allgemeine Informationen |
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Die Auflistung von Ritualmaterialien weist Parallelen zu der von CTH 772.1 auf. Die beschriebenen Ritualhandlungen könnten im Anschluss an die in CTH 772.1 überlieferten stattgefunden haben. Dabei werden Götternamen der Gruppe B (vgl. die Einführungsseite zu den luwischen Festritualen) genannt, nämlich der Wettergott von Ištanuwa, Kinaliya und Gurnuwala sowie Šawitra, Maliya, die hurritische Inara und Šaḫiriya. Opferhandlungen für diese Götter sind die letzte Ritualhandlungen am dritten Tag, an denen das Königspaar teilnimmt, bevor es zurück in die Stadt fährt. Das dabei von den Leuten aus Ištanuwa gesungene Lied ist auch in CTH 665.1 Kola 61f. und CTH 665.7 Kola 16f. belegt. Die Leute aus Ištanuwa beenden den dritten Tag mit einem Kultmahl vor der Gottheit, bevor sie zu Beginn des vierten Tages den Ort des Rituals aufräumen.
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Inhaltsübersicht |
| Abschnitt 1ID=1 | Fragmentarische Auflistung einer Opferlieferung mit Wein, Mehl, Hülsenfrüchten, Zwiebeln, Ölen und Gewändern; fragmentarische Bedingung, falls man König und Königin behandelt |
| Abschnitt 2ID=8 | Opferszene, bei der die Königin unter anderem für die Gottheiten Kinaliya und Gurnuwala opfert; Erwähnung der Leute aus Ištanuwa sowie einer luwischen Rezitation |
| Abschnitt 3ID=9 | Kultmahl vor der Gottheit, anschließend Trinkriten für den Wettergott von Ištanuwa, Kinaliya, Gurnuwala, Šawitra, Maliya, Inar und Šaḫiriya |
| Abschnitt 4ID=10 | Das Königspaar verlässt das Zelt in Richtung Stadt, wobei die Leute aus Ištanuwa auf Luwisch singen |
| Abschnitt 5ID=11 | Kultmahl vor der Gottheit |
| Abschnitt 6ID=12 | Beginn des vierten Tages, an dem die Leute aus Ištanuwa aufräumen | |
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