Susanne Görke (Hrsg.)

Citatio: Susanne Görke (Hrsg.), hethiter.net/: CTH 772.6 (INTR 2026-02-17)


CTH 772.6

Festritual eines SANGA-Priesters aus Ištanuwa mit luwischen Rezitationen

introductio



Kurzbeschreibung

In dem Festritual, in dem ein SANGA-Priester aus Ištanuwa eine wichtige Rolle zu spielen scheint, werden Opferungen u.a. an den Sonnengott sowie Musikszenen, bei denen SANGA-Priester musizieren und auf Luwisch singen, sowie Wechselgesänge auf Luwisch beschrieben.

Texte

Exemplar AKUB 25.39Bo 2639Ḫattuša
Exemplar BKUB 35.137Bo 5729Ḫattuša
Exemplar CKUB 35.138Bo 8463Ḫattuša

Editionsgeschichte

Der Text ist in drei Fragmenten überliefert. Text A wurde von Starke F. 1985a: 328-330 in Transliteration vorgelegt; auch Text B und Text C wurde von Starke F. 1985a: 335f. und 336f. transliteriert. Starke F. 1985a: 296 listet sie als verschiedene Versionen der Wechselgesänge auf. Aufgrund der Nennung eines Ausführenden aus Ištanuwa wird der Text jetzt CTH 772 zugeordnet.

Tafeleigenschaften

Von Text A haben sich die unteren 27 Zeilen der Vs. I in Teilen erhalten, außerdem die ersten 25 Zeilen der Rs. IV, ebenfalls nur fragmentarisch. Text B liefert 14 sehr fragmentarische Zeilen einer Vorderseite sowie 11 sehr fragmentarische Zeilen einer Rückseite. Text C lässt wenige Zeichen in vier Zeilen erkennen.

Insgesamt hat sich nur ein Bruchteil des Textes erhalten.

Allgemeine Informationen

Bei allen drei Fragmenten handelt es sich um junghethitische Niederschriften. Dabei weisen die Texte keine Anzeichen für eine spätjunghethitische Niederschrift auf.

Der Text setzt mit dem Ende der Auflistung der für das Festritual benötigten Ritualmaterialien ein. Dann werden Tische mit Broten vorbereitet, was an entsprechende Abschnitte in CTH 665.2 Abschnitte 2-4, CTH 665.4 Abschnitt 1 oder CTH 772.1 Abschnitt 5 erinnert. Im weiteren Verlauf opfert der SANGA-Priester dem Sonnengott. Der SANGA-Priester aus Ištanuwa spielt ein ḫuḫupal-Instrument, und SANGA-Priester singen auf Luwisch. Nach einer Textlücke werden die Anfangszeilen luwischer Lieder zitiert, die zwei Vorgesetzte singen, während auf den Gesang der Menge nur durch KI.MIN „dito“ verwiesen wird. Diese Art des Verweises auf den Gesang der Menge durch KI.MIN „dito“ in allen drei Fragmenten war der Grund für die Zuschreibung und Anordnung der Fragmente.

Inhaltsübersicht

Abschnitt 1ID=1Ende einer Ritualzurüstung
Abschnitt 2ID=2Gewänder und Brote werden an verschiedenen Stellen zurecht gelegt
Abschnitt 3ID=3Ein SANGA-Priester beginnt, Tiere zu opfern, u.a. dem Sonnengott
Abschnitt 4ID=4Ein SANGA-Priester aus Ištanuwa und andere musizieren und singen auf Luwisch
Abschnitt 5ID=5Luwische Lieder, die von zwei Vorgesetzten gesungen und wohl von der Menge wiederholt werden
Abschnitt 6ID=6Ein weiterer Passus dieser luwischen Lieder
Abschnitt 7ID=7Eine weitere Passage der luwischen Lieder
Abschnitt 8ID=8Passage mit luwischen Liedern der Vorgesetzten
Editio ultima: 2026-02-17