Susanne Görke (Hrsg.)

Citatio: Susanne Görke (Hrsg.), hethiter.net/: CTH 665.6 (TRde 2026-03-13)


CTH 665.6

Ein Festritual mit Nennung der ašušatalla-Leute

translatio



Abschnitt 1ID=1: Fragmentarisch: Ritualeinleitung mit Ritualgrund, darunter Verfluchung

1ID=1 --

[Wenn … ein Mann] oder seine Ehefrau []… hält,

2ID=2 --

[oder … einen Fl]uch []-t,

3ID=3 --

oder er die Schulter irgendeines Feindes schlägt,

4ID=4 --

[und … an]schließend verfluchen,

5ID=5 --

[dann] macht [… folgendermaßen:]

Abschnitt 2ID=2: Vorbereitende Ritualhandlungen: Errichtung wohl einer hausähnlichen Struktur und Nennung der Ritualzurüstung, darunter verschiedene Tiere, Gefäße, Nahrungsmittel und Gerätschaften

6ID=6 --

Sie errichten []… aus Rohr.

7ID=7 --

Sie fertigen [T]ore [].

8ID=8 --

Durch das eine [Tor geht man hinein],

9ID=9 --

aus dem anderen [geh]t? man hinaus.1

10ID=10 --

[Sobald man] das Fertigen [] beendet,

11ID=11 --

nimmt man [].

12ID=12 --

Man nimmt aber dies:

13ID=13 --

Sie halten mit roten [] bekleidetes [].

14ID=14 --

[… d]es Königs hält er gedrückt.

15ID=15 --

[] des Königs liegt (dort).

16ID=16 --

[Ein Hen]gst, eine Stute, ein männlicher Maulesel, [ein] weiblicher Maulesel, ein Esel, eine Eselsstute, ein Stier, eine Kuh, ein Schafbock, ein weibliches Schaf, ein [Zie]genbock, eine Ziege, ein Eber, eine Sau, ein R[ü]de, eine Hündin, ein Hirschbock, eine Hirsch[ku]h.

17ID=17 --

Sieben Gefäße mit süßem Wein, sieben Gefäße mit Bier, sieben Gefäße mit marnuan-Getränk, sieben walḫi-Gefäße, sieben Gefäße mit einer geringen Bierart, dreimal neun šarku-Brote, dreimal neun wantili-Brote, vier parisu-Maße trockenes Mehl, drei parisu-Maße feuchtes Mehl, ein parisu-Maß Getreidemehl, ein parisu-Maß eines Getreidemehls, ein parisu-Maß Gerstenmehl, drei sutu-Maße Kichererbsen, drei sutu-Maße Saubohnen, drei sutu-Maße Linsen, zwei sutu-Maße Bitterbohnen, drei sutu-Maße Bierwürze, drei sutu-Maße Malz, drei parisu-Maße Feinmehl, drei Klumpen Salz, drei saure (Käse), drei Käse, neun weiße (und) neun schwarze kišri-Wollen.

18ID=18 --

Drei wakšur-Maße Feinöl, drei wakšur-Maße Butterschmalz, drei wakšur-Maße Öl, [drei w]akšur-Maße Honig, drei Schalen Früchte, eine Schale Samen ist hineingelassen.

19ID=19 --

[Zwei] Küchenme[sser], zwei Paar sagaru-Gegenstand, [zwei Äx]te, zwei große Beile, zwei Schwerter, [] aus Bronze, zwei Waschbecken, vier kantašuwa[lli-Gefäße, …]… neun Pflöcke aus Kupfer, dreimal neun Pflöcke aus []-Holz, []… sechs Schekel Silber, ein Schekel …[… …]… drei Minen …[]

Textlücke

Abschnitt 3ID=3: Vorbereitung einer Opferung vor einer Gottheit

20ID=20 --

[], darunter Brot aus šeppitt-Mehl bricht er.

21ID=21 --

Drei schwarze šarwa-Brote aber (und) drei rote šarwa-Brote,

22ID=22 --

die stellt man dem Fluss Ḫappanza(?) hin.

23ID=23 --

Er bricht zwei saure (Käse und) zwei Käse

24ID=24 --

und legt sie auf den Tisch der Gottheit.

25ID=25 --

Er legt weiße Wolle rechts

26ID=26 --

und schwarze links hin.

27ID=27 --

Öl, Butteschmalz und Honig legt er vor die Gottheit.

28ID=28 --

Das ḫuḫupal-Instrument (und) die Hörner bestreichen sie.

29ID=29 --

Vier (je) mit Wein, Bier, marnuan und walḫi gefüllte kantašuwalli-Gefäße stellt man vor die Gottheit.

Abschnitt 4ID=4: Opferung von Tieren an eine Gottheit mit Musik und Tanz

30ID=30 --

Zwölf? Rinder? [… einen] weißen [Sch]afbock opfert er der Gottheit.

31ID=31 --

Von [ro]hem (und) gekochtem Fleisch nimmt man

32ID=32 --

und stellt es vo[r die] Gottheit.

33ID=33 --

Man nimmt drei Paar Kr[e]ise2

34ID=34 --

und lässt sie in die Töpfe der [Kr]eise hinein.

35ID=35 --

[] stellt man Töpfe darauf.

36ID=36 --

Man bläst [Hör]ner.

37ID=37 --

[Man schlägt] das ḫuḫupal-Instrument.

38ID=38 --

Man ruft „wi wi“.

39ID=39 --

[Den Boden? f]egt man.

40ID=40 --

Man umkreist (sie).

41ID=41 --

Und man nimmt [].

42ID=42 --

[] stellt man wieder hin.

43ID=43 --

[… einen] Topf nimmt man hoch.

44ID=44 --

[… Her]de auf dieser und der an[deren Seite …]

45ID=45 --

Man öffnet (sie) wieder.

46ID=46 --

[][]

Textlücke

Abschnitt 5ID=5: Musik und luwischer Gesang der ašušatalla-Männer und der Menge

47ID=47 --

[]

48ID=48 --

[] den/der ašušatalla-Männer/n []

49ID=49 --

[][blasen] Hörner,

50ID=50 --

sie schlagen [das ḫuḫupal-Instrument.]

51ID=51 --

[]

52ID=52 --

Vier Schafe fasst man für [die Gottheit(?)] zusammen.

53ID=53 --

Für die ašušatalla-Männer singt man folgendermaßen:

54ID=54 --

„Das wilde Tier, das wilde Tier, das wilde Tier,

55ID=55 --

den Leoparden, das wilde Tier.“

56ID=56 --

Und die Menge singt dabei genauso.

57ID=57 --

Ein ašušatala-Mann steht dem König gegenüber.

58ID=58 --

Im Rücken der ašašutalla-Männer aber [st]eht [].

59ID=59 --

und spricht [dem Gott gegenüb]er reine Worte.

60ID=60 --

„…[]… komm!

61ID=61 --

Den Leoparden bring zum Vater … fort!“3

62ID=62 --

Und die Menge singt mit ihnen ebenso.

Textlücke

Abschnitt 6ID=6: Riten mit Kränzen, dazu Lieder wohl der ašušatalla-Männer und der Menge

63ID=63 --

[][]

64ID=64 --

[] zu/für …[]

65ID=65 --

[]… ferner …[]

66ID=66 --

[Und] Kränze aus Bronze [] au[f …]

67ID=67 --

[] singen [folgender]maßen:

68ID=68 --

„Ihr [] ihn mir.

69ID=69 --

Ihr [] mir ihn, den schäbigen …[].“

70ID=70 --

Und die Menge [singt] e[benso] mit ihnen.

71ID=71 --

Kränze aus alanzan-Holz []

72ID=72 --

und sie singen folgendermaßen:

73ID=73 --

„Das aštarala-Holz [] glühten?.

74ID=74 --

[]

75ID=75 --

Sie (sind) mir fern.

76ID=76 --

Und mir sollen sie fern bleiben!“

77ID=77 --

[Dito.]

78ID=78 --

[An]schließend nehmen [] die Kr[änze] aus alanzan-Holz [] weg

79ID=79 --

und s[ingen] folgendermaßen:

80ID=80 --

[]

81ID=81 --

[] mir unter …[]

82ID=82 --

Und sie [] Gottheit Kina[liya …]

83ID=83 --

[] Götter seinen Namen []

84ID=84 --

[… der ]ušatall[a-Männer …]

85ID=85 --

[]

Text bricht ab

Vgl. zu dieser Ergänzung KBo 29.204+ Vs. I 17′f. (CTH 771.1 Kola 17f.).
Oder: man umkreist dreimal?
Siehe E. Rieken s.v. Cuneiform Luwian nita “(unknown)” die Diskussion dieser Stelle mit zwei möglichen Interpretationen.
Editio ultima: Traductionis 2026-03-13